#6 Blutbad in der Studenten WG

Shownotes

Wichtiger Hinweis: Diese Folge behandelt reale Gewalt, Tod und psychische Krisen und richtet sich an erwachsene Zuhörer:innen. Wenn dich die Inhalte belasten, suche bitte unbedingt Unterstützung bei professionellen Stellen: Telefonseelsorge (kostenlos, anonym, 24/7): 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder 116117 – ⁠www.telefonseelsorge.de⁠ Bei akuter Gefahr / Suizidgedanken: 112 (Notruf)

Es ist völlig in Ordnung, sich Unterstützung zu holen. Niemand muss belastende Themen allein verarbeiten.


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Redaktion: Linda Caporale

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00:00:21: Gießen im August, nineteenhundertneunzig.

00:00:24: Während in der Stadt das Stadtfest läuft beginnt für einen sechsenzwanzigjährigen US-Soldaten eigentlich ein gemeinsamer Abend mit Freunden und Bekannten.

00:00:34: Doch der Abend endet in einer Beispielos schweren Gewalttart mit mehreren Opfern... ...und vielen offenen Fragen.

00:00:44: Fast jede Tat hat Vorzeichen

00:00:46: doch gesehen und verstanden werden sie selten.

00:00:49: wir sprechen über das davor um das danach

00:00:52: über die Psyche, die Schuld

00:00:54: und das komplexe Verständnis von Gerechtigkeit.

00:00:57: Knastköpfe

00:00:58: gedacht, getan, gesessen mit Psychologin Sophie Launrodt

00:01:03: und Rechtsanwalt Christian Klages.

00:01:08: Ja Sophie vielen Dank.

00:01:09: da bin ich gespannt auf unsere Folge heute und auf den Fall ja wie geht es dir denn eigentlich?

00:01:14: Also mir geht's ganz gut!

00:01:16: Ich bin gut in die Woche gestartet hatte ein schönes Wochenende mit meiner Mutter.

00:01:21: die war zur Besuch und hat mir mit den Kindern geholfen Und jetzt bin ich wieder voller Energie und freue mich auf unsere Folge.

00:01:28: Das wird nämlich ein ganz spannender Fall heute!

00:01:32: Wie geht es dir denn?

00:01:33: Was hast du schönes gemacht am Wochenende?

00:01:35: Ja, ich hatte einen kleinen Schreckmoment am Wochenend.

00:01:39: Ich

00:01:39: kam in den Garten und habe mich gewundert warum da so viele Vögel irgendwie so laut rumgezwitschert haben... ...und dann sah ich das mein Hund Roli vor auf dem Boden krabbeln, wie sagt man Föhten?

00:01:53: Also irgendwelche Babyvögel die da aufm Boden krappelten und Rudi saß davor und wusste gar nicht was er machen sollte.

00:02:00: Ich war auch völlig geschockt entsetzt und dachte oh die armen kleinen Vögelchen.

00:02:04: und hab dann gesehen dass das Nest irgendwo aus einem Baum runtergefallen ist und die arme Vögeltchen waren da auf den Boden.

00:02:11: Und dann habe ich ganz viel für mein Kama-Konto getan und habe mir überlegt, was kann ich hier jetzt machen?

00:02:15: Und dann hab' ich mich irgendwie erinnert.

00:02:17: Ja man darf ja glaube ich so Wildtiere nicht anfassen damit die irgendwie nicht anders riechen und trotz von

00:02:24: den

00:02:25: Eltern nicht mehr angenommen werden oder so.

00:02:27: Dann habe ich sie so ganz vorsichtig auf eine Kehrschufe getan und hab' die wieder ins Nest reingesetzt und das Nest in den Baum wieder rein gesetzt wo ich dachte da könnte es irgendwie passen.

00:02:38: Da ist noch Versteck genug!

00:02:40: Es war ein Rotkehltchen übrigens, weil Mama und Papa Rotkehlchen flogen da ganz aufgeregt rum.

00:02:47: Haben sich dann aber tatsächlich nicht konst kaum Glauben wieder um die Babys gekümmert und ich glaube es scheint zu klappen.

00:02:54: Okay alles wieder gut.

00:02:58: Ja also tatsächlich gab's bei meinen Eltern, da war ich letztens zur Besuch von paar Wochen sind Blaumeisen die ganze Zeit vor zwei Fenstern.

00:03:07: Die versuchen immer, in das Fenster reinzufliegen.

00:03:10: also irgendwas ist mit den Vögeln in letzter Zeit los.

00:03:13: ich weiß nicht ob dass ein Ohmen ist.

00:03:15: Das ist ganz merkwürdig.

00:03:17: aber schön dass du dich da gekümmert hast.

00:03:19: Ich glaube ich hätte es auch versucht die da irgendwie noch zu retten und das Nest Und das Heim wieder herzustellen.

00:03:27: Ja so auf jeden Fall ist aus Karma Konto jetzt wieder voll.

00:03:31: glaubst du an sowas?

00:03:33: definitiv, also nicht nur im persönlichen Leben.

00:03:37: Ich glaube eigentlich schon an Karma.

00:03:39: ich bin ja auch ein sehr spiritueller Mensch.

00:03:42: Ich lasse das in meiner Arbeit nicht immer so raushängen weil viele sind nicht spirituell und ich glaube dass kann jeder für sich persönlich entscheiden.

00:03:50: aber ich glaube definitiv um deine frage zu beantworten an karma.

00:03:55: und wenn sich jemand schlecht gegenüber anderen verhält dann glaube ich wirklich das kommt zurück im leben.

00:04:02: Ich bin nicht so spirituell.

00:04:04: Find's aber völlig okay, wenn jemand spirituell ist?

00:04:07: Ich glaube allerdings auch daran, dass es nicht schlecht ist, wenn man nett zu den Mitmenschen ist.

00:04:13: Ob das dann jetzt irgendwie wie ich eben gesagt habe, ob es da irgendeine Karma-Konto gibt oder so weiß ich nicht, aber es schadet auf jeden Fall nicht net mit den Mitmenschen umzugehen und irgendwie kommts dann doch sonst wieder zurück.

00:04:26: Ich glaub' das auch bei anderen Sachen also vor allem auch Gedanken... Gedanken achten nicht nur, wie man über sich selbst spricht oder mit sich selbst sondern generell auch was man für Zukunftsgedanken in die Welt schickt.

00:04:40: Weil ich glaube auch an das Gesetz der Anziehung und wenn man positive Sachen denkt dann zieht man auch positive Sachen an.

00:04:48: klar kann man auch immer irgendwas doofes passieren im Leben.

00:04:51: es leben ist unkontrollierbar und kann auch etwas unerwartet passieren.

00:04:55: aber ich glaube die Gedanken haben einen sehr sehr großen Einfluss auf unser individuelles Leben.

00:05:02: Aber gut, jetzt schweifen wir langsam vom Thema ab!

00:05:05: Ja noch einen Satz dazu.

00:05:07: Ich glaube da auch ganz klar dran, wenn man positiv gestimmt ist dann passieren auch positive Dinge.

00:05:12: Definitiv.

00:05:13: So tatsächlich genug abgeschweift wollen ja eigentlich über unseren Fall sprechen.

00:05:18: Genau.

00:05:19: Erzähl doch

00:05:19: mal Sophie

00:05:21: Es geht um eine Nacht in den neunziger Jahren Ende der Neunzige Jahre in Gießen.

00:05:27: Eine Studenten-WG Ein gemeinsamer Abend, Alkohol war im Spiel.

00:05:32: Freunde untereinander und plötzlich eskaliert die Situation so massiv dass am Ende ein Mensch stirbt und mehrere schwer verletzt werden

00:05:42: Bevor wir starten.

00:05:43: in dieser Folge sprechen wir über Gewalt Verletzungen und Tod.

00:05:47: Wenn dich das belastet hör bitte nur weiter wenn du dich dazu bereit fühlst.

00:05:51: Wenn ich die Inhalte dieser Folge belasten findest du den Shownotes Telefonnummer für Unterstützung.

00:05:56: Es ist die Nacht vom zwanzigsten auf den einzwanzigste August, Nineteinundneunzig in Gießen.

00:06:03: Während in der Stadt das Stadtfest läuft beginnt für den sechsenzwanzigjährigen US-Soldaten Ryan Zett ein eigentlich gewöhnlicher Abend.

00:06:13: Nach einer langen Arbeitswoche möchte er zusammen mit seinen Kameraden Joe ausgehen etwas trinken und einfach den Abend genießen.

00:06:20: Die beiden starten in einem Wirtshaus in der Waldtorstraße trinken ein paar Bier in der Innenstadt und ziehen weiter in die Diskotheks-Garabie im Regelfahrt.

00:06:31: Dort treffen sie auf einem deutsches Studententreo, eine vierzwanzigjährige Medizinstudentin zu der Ryan Z. seit über einem Jahr ein intimes freundschaftliches Verhältnis pflegt, ihren zwanzigjährigen Mitbewohnern und einen vierzwzigjährigen Studenten aus dem Münsterland, der zu Besuch ist.

00:06:51: Von dort aus geht die Gruppe gemeinsam weiter Erst in eine weitere Gaststätte, später in die Wohnungen der vierundzwanzigjährigen Studentin und ihres Mitbewohnern, die direkt gegenüber der Tiertlinik lag.

00:07:04: Dort wird zunächst weitergefeiert und die Stimmung ist ausgelassen.

00:07:08: Dann wird ein Taxi bestellt, das sie beiden alkoholisierten Soldaten zurück in die Kaserne bringen soll.

00:07:15: Doch nur Joe fährt mit!

00:07:17: Ryan Zett verpasst die Fahrt – und genau an diesem Punkt nimmt die Nacht eine dramatische Wendung.

00:07:24: Ryan Zett kehrt in die Wohnung zurück.

00:07:27: Er zieht plötzlich, unerwartet ein Messer und sticht brutal auf die drei Studenten ein.

00:07:33: Dem vierzwanzigjährigen aus dem Münsterland schneidet Ryan die Halsschlagader durch mit so viel Wucht dass er den Mann beinahe den Kopf abtrennt.

00:07:43: Zusätzlich sticht Ryan Zeth ihm ins Herz.

00:07:46: Dem zwanzigjährigen Mitbewohner der Frau rammt der Soldat das Messer tief in den Hals.

00:07:53: Wie durch ein Wunder überlebt der junge Mann diese Verletzung.

00:07:57: Auch auf seine damalige Freundin sticht er Soldat ein, sie flieht zunächst schwer verletzt in einen Zimmer und schließt sich darin ein.

00:08:05: Doch der ca.

00:08:05: eineinmeterneunzig große muskulöse Ryan Zet benötigt nur einen Schritt um dieses Hindernis zu beseitigen.

00:08:12: Die Studentin muss nun ein Martyrium durchleben.

00:08:15: Ryan Zett fesselt seine Freunden, vergewaltigt sie, sticht mehrfach auf sie ein in den gesamten Körper, in den Unterleib.

00:08:24: Dann wirft er Decken und Kissen über seine Opfer die ihr für tot hält und zündet die Decken an Die Studentin hart schwer verletzt unter der schwelenden Decke aus bis sie sicher ist dass der Peiniger die Wohnung verlassen hat.

00:08:37: dann wählt sie mit letzter Kraft den Notruf Sie überlebt.

00:08:42: Als Feuerwehr- und Rettungskräfte eintreffen finden sie eine Szenarie vor die das Ausmaß der Tat deutlich macht.

00:08:50: Für den vierundzwanzigjährigen Studenten kommt jede Hilfe zu spät.

00:08:55: Die beiden anderen Opfer werden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, die Ermittlungen laufen schnell an.

00:09:02: aufgrund der Verbindung zwischen dem Soldaten und den Beteiligten richtet sich der Verdacht rasch gegen Ryan Z. Noch wenige Stunden später wird er in seiner Kaserne festgenommen.

00:09:13: im späteren Prozess bleibt die zentrale Frage offen das Motiv.

00:09:18: Auch vor Gericht und mit Unterstützung von Gutachtern kann nicht eindeutig geklärt werden, was genau diese Tat ausgelöst hat.

00:09:27: Der Täter wird wegen Mordes versuchten Mordess, versuchte Totschlags Vergewaltigung sexueller Misshandlung und schwerer Brandstiftung verurteilt.

00:09:38: Ryan Zett wird von seinem Umfeld als eher ruhig-und zuverlässig beschrieben – ein Bild das nicht zudem passt, was in dieser Nacht geschehen ist.

00:09:47: Und genau das macht diesen Fall so schwer greifbar.

00:09:51: Eine Nacht, die mit einem Stadtfest beginnt und in einer brutalen Gewalttat endet, deren Gründe bis heute nicht vollständig geklärt werden konnten.

00:10:01: Darüber und über viele weitere Fragen möchten wir heute sprechen!

00:10:12: reagiert man auch, wenn man abgebrüht ist schon erstmal ziemlich emotional.

00:10:16: Das ist sowas von brutal!

00:10:18: Ich habe mir gedacht wie kann man denn jemanden mit einem Messer so schwer die Halsschlagader durchtrennen?

00:10:25: Dass falls der Kopf abfällt ja da muss man ja so viel Kraft ausüben das ist wirklich Wahnsinn.

00:10:33: Ja, da muss ja sehr viel nicht nur Kraft sondern auch Wut dahinter stecken.

00:10:37: Und hier haben wir wieder so ein Fall wo das so plötzlich passiert und man einfach jetzt beim Hören oder Lesen überhaupt nicht verstehen kann.

00:10:44: Wo kommt das denn her?

00:10:46: Wie kam es dann überhaupt dazu?

00:10:47: was ist davor passiert?

00:10:49: Man versucht automatisch das Verstehen zu wollen obwohl man auch gleichzeitig merkt dass das irgendwie kaum greifbar ist.

00:10:56: Man braucht so einen Warum.

00:10:58: Warum ist das passiert?

00:11:01: Erfragen oder Wissen, warum ist das passiert?

00:11:05: Und hier hat es scheinbar überhaupt nicht nur keine Anzeichen gegeben.

00:11:10: Sondern es gab auch echt keinen Motiv!

00:11:12: Man weiß nicht, warum er das gemacht hat.

00:11:14: Ja ich habe ja vorhin auch als ich den Fall vorgestellt hab gesagt dass das Motiv bis heute nicht geklärt werden konnte und hinterlässt so ein ungutes Gefühl weil man einfach nicht versteht warum.

00:11:26: Ja, ist das unbefriedigend.

00:11:27: Man möchte es einfach wissen.

00:11:29: Warum?

00:11:30: Aber ich glaube man muss sich damit anfreunden dass es darauf nicht immer eine Antwort gibt.

00:11:36: So viel bevor ich's vergesse.

00:11:37: Auch dieser Fall wurde uns übrigens geschickt von einem Zuhörer der damals selbst in Gießen zu dieser Zeit Student war und mir geschrieben hat, dass er völlig schockiert war.

00:11:48: Also ganz, ganz Gießen war geschockt und ja in der Studentenschaft alle waren sprachlos.

00:11:54: ne Ob dieses wahnsinnig brutalen Delikts Und er hat mir geschrieben macht doch damals eine Folge drüber.

00:12:01: Danke auf jeden Fall an den Zuhörer, der jetzt wahrscheinlich gerade auch zuhört.

00:12:06: Dass du diesen Fall geschickt hast und was mich vor allem beschäftigt ist auch dieser Bruch zwischen.

00:12:12: wir haben den Alltag, wir haben vielleicht Feiern, Freundschaften... Auch Liebe ist dabei!

00:12:17: Und dann eben diese brutale Gewalt.

00:12:20: also dass aus einer normalen Situation heraus so etwas Extremes entstehen kann.

00:12:25: und gleichzeitig stellt man sich dann die Frage Wie bewertet man das denn juristisch sauber, ohne dass man sich jetzt von diesem Schock und diesem Unverständnis leiten lässt?

00:12:36: Ja genau.

00:12:36: Und darüber wollen wir ja heute sprechen.

00:12:38: Wir sprechen später darüber wie das Gericht hier geurteilt hat, warum es so geurtheilt hat... Aber Sophie, wir wollen ja auch über die Psyche sprechen.

00:12:47: Nehm uns doch mit mal in die Pysche des Täters!

00:12:50: Was ist da

00:12:51: passiert?!

00:12:53: Also es gibt ja den Mythos von so einer plötzlichen Eskalation.

00:12:58: Darüber haben wir gerade gesprochen, es escaliert plötzlich aber meistens ist das plötzlich eher eine Wahrnehmung und gar nicht die Realität.

00:13:07: was wir sehen ist ein kurzer Moment der Gewalt.

00:13:13: Vielleicht hat's auch einen scheinbar banalen Auslöser gegeben wie zum Beispiel das Taxi, was Ryan verpasst hat.

00:13:20: Was wir ja nicht sehen ist dass es vielleicht eine mögliche Vorgeschichte gab aus Emotionen oder Konflikten die es vielleicht vorher gab inneren Spannungen oder vielleicht auch Kränkungen zwischen seiner Freundin oder mit seinem Kumpel.

00:13:37: Vielleicht waren auf Frustration dabei oder irgendwelche ungelösten Dynamiken Und auf uns nach.

00:13:44: für Außenstehende wirkt die Tat dann plötzlich, weil eben der sichtbare Teil – also hier ist ja diese brutalen Morde, die Vergewaltigung der Freundin extrem kurz ist und nicht, weil sie jetzt aus dem Nichts entsteht.

00:13:59: Das ist praktisch wie dieser letzte Tropfen, den jeder vielleicht auch aus dem Alter kennt in Straßmomenten.

00:14:06: Da wird schnell mal alles zu viel!

00:14:09: Und oft ist der Auslöser, der kann ja auch ganz banal sein.

00:14:12: Zum Beispiel man streitet sich oder irgendwer gibt einen Kommentar ab und man nimmt das dann persönlich und dann flippt man total aus.

00:14:21: aber psychologisch gilt... Der Auslöser ist selten die Ursache sondern der Moment in dem eben innere Spannung kippen indem alles zu viel wird.

00:14:31: und das nennt man denn auch affektive Eskalation

00:14:35: Affektive Eskalation, okay das habe ich noch nicht gehört.

00:14:38: Erklär mal was passiert denn da im Kopf?

00:14:40: Extremer Gewalt?

00:14:41: die wirkt ja für die meisten wie etwas Fremdes aber wenn man jetzt genauer hinschaut dann entsteht sie eben oft nicht aus etwas völlig anderem was wir nicht kennen sondern aus Emotionen die wir eigentlich alle kennen also nur in einer Intensität und Dynamik der sich einfach nicht mehr reguliert werden kann.

00:15:02: Und man spricht hier von affektiver Gewalt, ähnlich wie wir auch im letzten Fall hatten.

00:15:08: Da kannst du gerne auch nochmal reinhören in die Folge falls du die noch nicht gehört hast.

00:15:12: und wie in der Folge hatte ich damals auch schon erklärt das bedeutet ja nicht dass man jetzt unkontrollierbar ist oder sich selbst nicht kontrollieren kann.

00:15:21: aber diese Kontrollfähigkeit ist stark eingeschränkt und man isst stark eingestrengt steuerbar Das Denken wird sozusagen eingeengt.

00:15:32: Man kann das so erklären mit einem typischen Tunnelblick und dann kann man auch die möglichen Konsequenzen nicht so richtig sehen oder erfassen, aber auch die Impulskontrolle sinkt massiv.

00:15:45: Kann man davon sprechen, dass der Täter hier psychisch krank war?

00:15:48: Oder war es wirklich nur diese effektive Eskalation in Anführungszeichen natürlich?

00:15:56: Die Frage stellen sich viele.

00:15:57: Die hat auch für die meisten eine entlastende Funktion, weil wenn die Antwort ja ist der war psychisch krank dann bedeutet das ja auch für viele dass hat mit einem normalen Menschen nichts zu tun und das schafft dann gleichzeitig auch Distanz zu diesen Menschen und vielleicht auch ein Gefühl von Sicherheit, weil der war ja nicht normal.

00:16:17: Okay, da brauche ich ja keine Angst haben im Alltag, weil da sind die meisten normal so nach dem Motto.

00:16:23: aber Die Realität ist wie immer komplexer und auch unbequemer.

00:16:28: viele Täter, die sind nicht im klinischen Sinne psychisch krank.

00:16:32: häufiger sind andere Dinge im Spiel wie zum Beispiel bestimmte Persönlichkeits Akzentuierung oder Eine hohe Impulsivität, geringe Emotionsregulationsfähigkeit oder auch eine hohe Krängbarkeit.

00:16:46: Und das sind keine klaren Krankheiten an sich sondern eher extreme Ausprägungen von menschlichen Eigenschaften.

00:16:53: und hier in diesem Fall wissen wir sehr wenig also eigentlich kaum etwas über die psychische Verfassung des Täters.

00:17:01: tatsächlich wissen wir nicht so viel über das Motiv, aber unabhängig davon lasst uns doch noch einen anderen Aspekt mal aufgreifen der mir hier so direkt ins Auge springt.

00:17:12: Die kannten sich doch vielleicht war es also gar nicht einmal wirklich plötzlich oder ausschließlich eine Frage von Krankheit oder effektiver Eskalation oder so.

00:17:25: Vielleicht entsteht so ne Gewalt ja auch genau da wo eben so emotionale Dynamiken dann total eskalieren, also in einem Bereich der uns ja doch näher ist als wir vielleicht glauben wollen.

00:17:38: Genau!

00:17:38: In so einem Fall da sprechen wir von Beziehungstaten das bezeichnet in der Psychologie eine Gewalttart meist sogar eine Tötung innerhalb einer engen persönlichen Beziehungen und das kann jetzt eine Partnerschaft sein oder auch innerhalb der Familie oder einer eng freundschaft.

00:17:55: Und das Unheimlichste an diesen Beziehungstaten ist ja nicht immer zwingend nur die Brutalität, sondern tatsächlich die Nähe zum Alltag.

00:18:03: Also dass sowas nicht von außen kommt, sondern aus der Beziehungen selbst entsteht und die Beziehungs- soll ja eigentlich Sicherheit geben!

00:18:13: Genau das ist ja auch das Trügerische.

00:18:15: Menschen, die fürchten fremde Stärker aber statistisch gefährlicher sind Konflikte im eigenen Umfeld.

00:18:22: und da gibt es auch eine Studie zu laut Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend erlebt fast jede sechste Person körperliche Gewalt in der Partnerschaft.

00:18:33: eben ein Hinweis darauf, dass Partnerschaftsgewalt Millionen Menschen betrifft.

00:18:38: Jeder sechste Mensch das ist schon wirklich viel.

00:18:41: aber wieso haben wir dann immer lieber diesen fremden Psychopathen im Kopf als die Täter in der Familie oder im engen Umfeld?

00:18:49: Ja das hat eigentlich einen ganz einfachen Grund beziehungsweise das erfüllt für uns eine wichtige Funktion.

00:18:55: dieser fremde Psychopath wie du gesagt hast der erlaubt uns nämlich Gewalt aus unserem eigenen Leben auszulagern weil wenn wir glauben, dass gefährliche Täter fremd sind für uns fremde Menschen dann empfinden wir die auch als anders.

00:19:11: Nicht zu uns gehörig und dann entsteht so eine beruhigende Illusion.

00:19:15: mit mir hat das nichts zu tun, mir kann das nicht passieren.

00:19:19: also es ist rein psychologisch eine Form von Sicherheit, die wir uns da schaffen.

00:19:23: Dazu passt ja auch, was hier Nachbar gesagt hat.

00:19:26: Also ein sechsundfünfzig Jahre alter gießender Nachbar hat dazu der Presse gegenübergesagt.

00:19:33: Wir haben damals in dem gleichen Haus gewohnt, indem diese schreckliche Tat passiert ist.

00:19:37: Ein mulmiges Gefühl habe ihn seine Frau und seine damals drei jahre alte Tochter in den Wochen- und Monaten nach der Tat zwar beschlichen Angst habe er nicht gehabt, denn wenn es die Tat eines Verrückten gewesen wäre der zufällig in eine Wohnung des Hauses eingedrungen wäre und dort die Bewohner niedergemetzelt hätte das hat er tatsächlich so ausgedrückt.

00:19:58: Hätte er sich gefürchtet doch es sei ja eine Art Beziehungstat gewesen weil der Täter mit einer Bewohnerin der WEG eben eng befreundet war Und deshalb habe er hier keine Angst gehabt.

00:20:10: Also sowas hört man häufig von Hinterbliebenen oder Menschen, die in unmittelbarer Nähe vom Täter gewohnt haben.

00:20:19: aber Beziehungstaten, die stellen genau diese Illusion ja infrage weil sie zeigen nämlich Gewalt entsteht oft gar nicht außerhalb sondern Innerhalb sozialer Beziehungen.

00:20:30: Täter sind meistens gar keine Monster, wie wir so schön in der Presse oft sagen oder sie betätigen sondern letztendlich sind sie Menschen die auch eingebettet sind im eigenen Alltag.

00:20:43: Sie haben auch häufig Nähe und Interaktion mit anderen Menschen.

00:20:47: Und wenn es den Eskalier denn entsteht das aus Dynamiken, die wir alle kennen wie gesagt auch Kränkungen involviert sein, Zurückweisung, Machtkonflikte oder einfach eine emotionale Überforderung.

00:21:01: Und das ist für uns außenstehende schwer auszuhalten weil es ja bedeutet die Grenze zwischen normal und gefährlich ist sehr viel durchlässiger als wir glauben.

00:21:13: Das Risiko letztendlich entsteht nicht nur durch Ort oder Situation, sondern eben durch Beziehungsdynamiken in denen wir eventuell auch stecken.

00:21:24: Hätte man das nicht erst recht merken müssen?

00:21:27: Hätte mal dass nicht vorher merken können!

00:21:29: Nicht unbedingt weil Beziehungstaten sind ja keine linearen Geschichten.

00:21:35: wenn wir von so einer Gewalt tat hören denn stellen wir uns eine Eskalation oft so vor Wir haben ein Problem Dann gibt es ein Warnzeichen, vielleicht dann diese Zuspitzung und dann kommt das zu der Tat.

00:21:48: In Wirklichkeit ist es aber sind eher viele alltägliche Spannungen die in dem Täter oder der Täterin herrschen gemischt mit normalem Verhalten Und dann gibt es so eine klare Grenze zwischen, das ist noch okay und das ist schon gefährlich.

00:22:03: Gibt's da gar nicht mehr?

00:22:05: Genau das macht die Beziehungstat auch so schwer erkennbar.

00:22:09: Und ein zweiter wichtiger Punkt.

00:22:11: Nähe verzerrt ja unsere Wahrnehmung.

00:22:13: In Beziehungen passiert was ganz Entscheidendes – und das kennen vielleicht viele von uns – wir relativieren Verhalten!

00:22:21: Also wenn der Partner oder Partnerin sich unfair uns gegenüber verhält, vielleicht auch respektlos, dann neigen viele Menschen dazu sozusagen ja so ist er halt.

00:22:31: Oder so ist sie halt.

00:22:33: Da muss ich jetzt mit leben!

00:22:35: Oder wir normalisieren denn auch Konflikte?

00:22:37: Machst du das also kennst du es von dir auch?

00:22:40: Weil bei mir ist es eher so... Ich bin damit überhaupt nicht einverstanden und werde dann sauer.

00:22:45: Das spürt man dann auch bei mir.

00:22:47: Das kann ich verstehen, ist auch gut so, dass du so bist.

00:22:51: Ich höre das viel von meinen Followern, dass sie sich in so toxischen Dynamiken befinden, indem Sie sehr viel relativieren einfach aus Selbstschutz auch und ich habe zum Beispiel auch Kontakt mit Menschen die an sich einen sehr schwierigen Charakter haben da mache ich das auch manchmal auch aus Selbst-Schutz einfach weil ich so ein Konfliktscheuer Mensch bin.

00:23:14: Und sonst würde ich ja jeden Tag mit der Person streiten und das möchte ich nicht für meinen eigenen Frieden, also relativiere auch manchmal Dinge was vielleicht auch nicht immer gesund ist aber eine Art Strategie sozusagen und das machen viele Menschen.

00:23:28: Genauso wie Konflikte normalisieren oder Dinge jetzt interpretieren im Kontext von, wie sympathisch ist mir die Person?

00:23:35: Oder wie viel Vertrauen habe ich zu der?

00:23:37: Oder hat man eine gemeinsame Geschichte?

00:23:39: Das kann ja alles beeinflussen!

00:23:41: Und auch Nähe vor allem in romantischen Beziehungen können blindmachen Nicht weil jetzt Menschen naiv sind oder dumm sind, sondern weil eben Beziehungen auch immer bedeutet Verhalten einzuordnen und auch letztendlich zu entschärfen.

00:23:57: Also ich habe das vielleicht früher auch gemacht, dass ich relativiert habe.

00:24:01: Aber ich hab da keine Lust mehr zu.

00:24:03: Es kostet mich zu viel Zeit und zu viele Nerven schwierige Charaktere in meinem Leben zu haben.

00:24:10: wenn es irgendwie möglich ist also in Beziehungen oder in der Familie oder so... Da kann man das ja nicht.

00:24:15: aber wenn es irgend wie möglich ist dann sortiere ich da wirklich streng aus.

00:24:20: Ich habe einfach keine Lust meine Freizeit auch im Berufsleben mit Menschen zu verbringen mich zu viel Kraft kostet.

00:24:28: Meine Zeit ist mir echt kostbar, ich bin ja auch schon ein paar jährchen älter als Sophie und das möchte ich einfach nicht mehr.

00:24:36: und da bin ich echt streng und fahre damit.

00:24:38: aber ganz gut

00:24:39: Ja, das ist auch richtig so dass du da aussortierst sozusagen.

00:24:43: Das sollte auch jeder tun.

00:24:44: aber wie du schon sagst bei manchen Menschen ist halt zum Beispiel jetzt ein kompletter Kontaktabbruch einfach nicht möglich vielleicht weil auch Kinder involviert sind.

00:24:53: Da wird halt immer einen Kontakt bestehen und da muss man dann letztendlich wenn das eine schwierige Person aus mit der man zu tun hat.

00:25:00: Man muss letztendling des eigenen Friedenswillens Strategien finden, um mit diesen Menschen umzugehen.

00:25:07: Wenn man denen nicht aus dem Leben aussortieren kann?

00:25:09: Ja klar dann geht es irgendwie nicht anders.

00:25:12: und dann ist es vielleicht auch ab und zu cleverer wenn man da mal nachgibt und die Situation dann noch weiter eskaliert.

00:25:21: aber selbst bei schwierigen Charakteren im Ohnfeld ist das ja nicht immer zwingend so dass das dann auch zur Gewalt führt.

00:25:29: sucht man denn in solchen Felden Immer nach Zeichen, also wie erkennt man das dann?

00:25:35: Wo dann so eine Grenze erreicht ist oder wo man vorsichtig sein muss.

00:25:39: Also die Frage stellen sich viele vor allem wenn man von solchen Gewalttaten und Beziehungstaten hört.

00:25:46: Also hätte man das früher erkennen können sozusagen.

00:25:49: Und auch diese Frage erfüllt wieder eine wichtige Funktion, denn sie gibt uns ja auch hier wieder das Gefühl von Kontrolle.

00:25:56: Weil sie suggeriert wenn ich jetzt aufmerksam genug bin dann kann ich mich selbst schützen.

00:26:02: Wenn ich jetzt weiß ah okay das waren die Warnzeichen die der Täter da schon gezeigt hat.

00:26:07: darauf werde ich in Zukunft mal achten.

00:26:09: und so versucht man sich zu schützen.

00:26:12: aber Die unbequeme Wahrheit ist, es gibt eigentlich gar keine sicheren Frühwarnsysteme für solche Eskalationen.

00:26:20: Also selbst ein Mensch der in seinem Leben noch nie gewalttätig war kann so eine Tat begehen.

00:26:28: Es gibt nicht immer dieses klassische Bild wie bei Jeffrey Dahmer, der auch in der Kindheit und Jugend Tiere gequält hat und schon Warnzeichen gezeigt hat – das gibt's tatsächlich nicht immer!

00:26:40: In den meisten Fällen... ist die Tat auch sozusagen eine Einzeltat.

00:26:44: Also von außen betrachtet, ist uns jemand sehr nah und dadurch dass wir aber da so drin stecken als Individuum sehen wir... also ihr kennt das vielleicht auch wenn du hast ein Freund oder Freundin er oder sie in einer Beziehung und du als Außenstehender denkst dir Mensch bist du bekloppt?

00:27:01: Das ist ja voll der Hirni mit dem du da zusammen bist.

00:27:04: Siehst du es nicht!

00:27:05: Da hatte ich letztens mit meiner Schwester drüber gesprochen.

00:27:08: Sie hat eine Freundin, die datet gerade jemanden und meine Schwester ist auch ... sehr psychologie bewandert interessiert sich sehr für das themat auch eine ausbildung in diesem bereich und hat gemeint Das ist ein ganz komischer typ.

00:27:22: also bei dem sollte sie eigentlich vorsichtig sein.

00:27:24: der zeigt ihm die komischen anzeichen verhaltensweisen Und ihre freundin dies aber irgendwie blind.

00:27:30: sie sieht es nicht und meine schwester versucht dann immer so vorsichtig Sie so ein bisschen aufzulernen.

00:27:35: hey guck mal da ist ein bisschen was komisch und Da hat er nicht so ganz die wahrheit gesagt.

00:27:40: Also das zeigt auch wieder als außenstehender wenn man in dieser Nähe Beziehung zu der Person ist, sieht man natürlich auch ganz andere Dinge als wenn man da selbst involviert ist.

00:27:52: Ja also es ist einfach total schwierig da irgendwie eine Grenze zu finden zwischen normal und jetzt wird's aber gefährlich.

00:28:01: das stelle ich mir total schwierig vor.

00:28:03: Also wenn die Grenze zwischen normal und hier wird es gefährlich, ja so unscharf ist dann fragt man sich wo soll man denn die Grenzen ziehen?

00:28:11: Wo soll man vielleicht lieber die Beziehung verlassen.

00:28:15: Und vor allem was ist jetzt schon im rechtlichen Sinne auch strafbar wenn mein Partner-Partnerin dies oder jenes tut?

00:28:23: und da sind viele denn auch im Unklaren?

00:28:26: Ja, das ist eine total nachvollziehbare Frage die man sich stellt.

00:28:30: Die sich bestimmt auch viele Zuhörer bei uns stellen.

00:28:34: Lass uns doch da auch mal juristisch drauf schauen!

00:28:38: Genau also wenn wir das juristische einordnen warum ist es denn eigentlich nicht einfach immer Mord?

00:28:44: Wenn wir jetzt so einer Gewalt hat haben oder auch einen Mord... Also wie unterscheidet man den zwischen Mord und Totschlag konkret weil Häufig hört man ja dann auch, das Urteil ist Totschlag und gar nicht Mord.

00:28:56: Und das ist für viele denn total verwirrend?

00:28:58: Ja, das verstehe ich auch.

00:28:59: Das ist ein ganz zentraler Punkt bei uns im Strafrecht.

00:29:02: Wir haben im deutschen Recht wirklich zwei getrennt voneinander völlig unterschiedliche Delikte.

00:29:08: Also den Totschlag und eben dem Mord... Beide Delikte setzen vorsätzliches Töten voraus, aber der Unterschied liegt eben nicht in der Tatsache der Tötung sondern in den sogenannten Mordmerkmale.

00:29:23: Ich hatte das in den vergangenen Folgen auch schon hier und da mal erklärt.

00:29:28: Also geht es gar nicht darum wie schlimm die Tat jetzt ist, sondern da müssen diese zusätzlichen Kriterien auch noch betrachtet werden?

00:29:36: Genauso ist es.

00:29:37: Der Mord ist kein gesteigerter Totschlag, sondern muss in eine rechtlich eigenständige Kategorie eingeordnet werden.

00:29:46: und für den Mord braucht das eben... Diese ganz bestimmten Mordmerkmale, zum Beispiel niedrige Beweggründe.

00:29:54: Was sind niedrigen Beweggründen?

00:29:56: Das kann zum Beispiel Rache sein oder auch Eiversucht oder eine andere besonders verwerfliche Motivation.

00:30:05: Oder dann gibt es Mordmärkmale die sich an der Begehung der Tat auch orientieren wie z.B.

00:30:11: Die Heimtücke wo es darum geht dass jemand die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers in der Sitte ausgenutzt hat.

00:30:21: Ja heimtückisch, das hört man ja manchmal das Wort.

00:30:23: also es heißt dann einfach konkret dass Opfer rechnet er überhaupt nicht mit dem Angriff.

00:30:28: Also hat der Täter oder Täterin heimtykisch gehandelt?

00:30:32: Ja

00:30:33: so ist es und das ist dann eben juristisch oft umstritten weil man eben sehr genau prüfen muss ob wirklich in dieser konkreten Situation eine Arg-und Wehrlosigkeit vorlag Und das ist auch ganz entscheidend, ob der Täter dann diese Situation bewusst ausgenutzt hat.

00:30:52: Also das ist keine automatische Annahme, sondern das muss immer vom Gericht und im Detail ganz genau festgestellt

00:30:59: werden.".

00:31:00: Okay also das heißt die ganze Einordnung hängt ja an sehr konkreten juristischen Details nicht nur daran was jetzt das Ergebnis der Tat ist, sondern ganz viele kleine Details die da eigentlich mit rein spielen.

00:31:13: Ja genau und wie ich es eben schon sagte, ist der Mord eben kein besonders schlimmer Totschlag sondern ein ganz eigener Tatbestand.

00:31:22: Und wie sieht's denn jetzt in unserem Fall konkret aus?

00:31:26: Also hier im Fall hat das Gericht festgestellt dass der Täter eben nicht nur vorsätzlich getötet hat sondern auch besonders verwerflich.

00:31:35: Berichten zur Folge und du hast es ja auch eben vorgetragen, wird ein extrem brutales Vorgehen geschildert.

00:31:43: Gleich mehrere Straftaten einen ganz grausamer Ablauf.

00:31:48: Wir haben darüber gesprochen, dass durchschneiden der Halsschlagader so das der Kopf fast abfiel.

00:31:53: Dann die Vergewaltigung und so weiter.

00:31:55: Genau das deutet auf gleich zahlreiche Mordmerkmale hin.

00:32:00: also hier kommt Grausamkeit zum Beispiel in Frage Und grausam ist ein Mord wenn der Tötungsakt schlimmer ist als es eigentlich notwendig wäre um jemanden zu töten.

00:32:12: Also man sagt auch wie so eine Art übertöten ja also dem Opfer werden Schmerzen zu und zusätzliche Tötungshandlungen, obwohl es eigentlich schon gereicht hätte viel weniger zu machen.

00:32:25: Und wenn man dann jetzt hier nach der Heimtücke fragt, dann muss man eben gucken waren die Opfer tatsächlich überrascht und wehrlos, als der Ryan Z. die Wohnung zurückkehrt und dann das Messer gezogen hat?

00:32:37: oder hätten sie die Möglichkeit gehabt sich noch zu wehren?

00:32:40: Je nachdem kommt man zur Beurteilung ob einem Tücke vorliegt oder nicht.

00:32:44: Und ein weiteres Mordmerkmal was hier in Betracht kommt ist die Befriedigung des Geschlechtsstriebs.

00:32:49: ja also wenn jemand tötet um seinen Geschlechztrieb zu befriedigen Wir hatten hier gehört, es war auch eine Vergewaltigung im Spiel.

00:32:58: Wir wissen nicht ganz genau ob er getötet hat um zu vergewaltigen aber das ist sehr gut möglich.

00:33:05: was auch in Betracht kommt ist die sogenannte verdeckungs- und ermöglichungsabsicht.

00:33:12: Man tötet um eine vorhergene Straftat, wie zum Beispiel die Vergewaltigung zu verdecken indem man das Opfer tötete damit es nicht mehr aussagen kann oder so.

00:33:23: Oder aber man töteth um eine Straftate überhaupt erst zu ermöglichen.

00:33:27: Man könnte daran denken dass hier getötet wurde um dann zu vergewaltigen.

00:33:32: also all das sind mögliche Mordmerkmale die hier in Betracht gezogen sind vom Gericht?

00:33:38: Okay, verstehe.

00:33:39: Aber letztendlich wissen wir es gar nicht in diesem Fall zu einem hundert Prozent was jetzt genau das Mordmerkmal in diesem fall war oder?

00:33:46: Ja da hast du recht Sophie aber es reicht ja schon ein einziges Mord Merkmal also die Verwirklichung eines einzigen Mord merkmals um eben dann hier wegen Mordes zu verurteilen.

00:33:58: und in diesem fei haben wir ja jetzt mehrere Opfer und nicht nur eins.

00:34:02: wie ist es denn eigentlich Juristisch zu beurteilen, ist das eine einzige Tat oder sind das mehrere voneinander getrinte Taten?

00:34:11: Ja.

00:34:11: Das ist ne wichtige und sehr gute Frage.

00:34:14: Und dass es auch eine Frage die sich dann die Juristen bzw.

00:34:17: auch die Gerichte stellen müssen weil das eben ja strafrechtlichen großen Unterschied macht ob's eine oder mehrere Taten sind.

00:34:25: also grundsätzlich schaut man darauf ob mehrere Handlungen in einem einheitlichen Geschehen stehen oder ob es sich um mehrere voneinander getrennte Tathandlungen handelt.

00:34:37: Okay, also man kann jetzt nicht automatisch sagen wir haben einen Ereignis und dann ist das auch eine Tat?

00:34:42: Nee, das kann man so nicht sagen denn wenn eine Handlung mehrere Personen betrifft spricht man von Tateinheit.

00:34:49: Das ist in zweiundfünfzig Strafgesetzbuch geregelt und das bedeutet eben mehrere Rechtsverletzungen aber eben ein einheitliches Tatgeschehen.

00:34:59: Also ein typisches, klassisches Beispiel ist zwar jetzt nicht besonders realistisch aber um das zu verstehen was Tarteinheit ist wenn jemand bei einem Messerangriff also bei einer Bewegung zwei Personen fällt.

00:35:14: Okay und wann wären es denn theoretisch mehrere Taten?

00:35:19: Mehrere Taten liegen dann vor, wenn der Täter wirklich getrennte Tatentschlüsse fast oder zeitlich klar abgegrenzte Handlungen vorliegen.

00:35:29: Und dann spricht man von Tatmehrheit was dann wiederum in Paragraph dreienfünfzig Strafgesetzbuch geregelt ist.

00:35:36: und die Unterscheidung zwischen Tat-Einheit und Tat-Mehrheit hat große Auswirkungen auf die Strafzufessung weil sich die Bewertung insgesamt dadurch natürlich verschärfen kann.

00:35:47: Das heißt, es geht hier gar nicht mehr um die Opferzahl wie viele Opfer gibt es?

00:35:52: sondern um die Struktur der Handlung selbst.

00:35:55: kann man so sagen oder?

00:35:57: Ja genau.

00:35:58: Genau deshalb ist das so eine spannende juristische Frage.

00:36:02: Liegt eben eine Tat vor oder sind es mehrere Taten?

00:36:06: Wenn ein Täter mehrere Personen nacheinander tötet, wie hier in unserem Fall dann liegen mehrere selbstständige Morde-in-Tat-Mehrheit vor denn jeder einzelne Angriff also jede einzelne Handlung setzt den eigenen Tatentschluss voraus.

00:36:25: Hier ist das auch seitens des Gerichts so festgestellt worden, denn das Gericht hat hier unseren sechsenzwanzigjährigen Sargent-Wahrer übrigens wegen Mordes versuchten Mordis versuchten Totschlags Vergewaltigung sexueller Misshandlung und schwerer Brandstiftung verurteilt.

00:36:44: Also ganz viele einzelne Tatentschlüsse vorausgesetzt und ihn eben deshalb dann entsprechend verurteil.

00:36:53: Aber wie kann denn jetzt ein Gericht, das juristisch überhaupt sauber bewerten?

00:36:59: Etwas wie Vorsatz oder jetzt einen inneren Zustand des Täters feststellen, wenn man ja am Ende nur die äußeren Umstände der Tat sieht und gar nicht was in dem Täter vorging.

00:37:09: Wie wird das denn da beurteilt?

00:37:12: Ja, das ist ein zentraler Punkt der Beweiswürdigung.

00:37:16: Das Gericht muss diese sogenannten inneren Tatsachen feststellen also so Dinge wie Vorsatzmotiv oder auch eben dieser eben von dir erwerbenden affektiven Zustände.

00:37:27: Das Problem dabei ist, aber diese inneren Zustände sind nachvollziehbar nicht direkt beobachtbar.

00:37:35: Man kann sie nicht sehen und die sind auch nicht messbar.

00:37:38: Genau das macht es ja schwierig!

00:37:40: Wie macht denn das Gericht letztendlich überhaupt?

00:37:43: Diese inneren Zustände sichtbar?

00:37:46: Ja, das muss immer wieder von Einzelfall zu Einzelfal neu beurteilt werden und deshalb gilt im Strafprozess der Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung.

00:37:57: Das Gericht ist also nicht an strenge Beweisregeln gebunden sondern muss sich jedes Mal wieder neu überzeugen und bildet dann seine Überzeugung aus diesem Inbegriff der Hauptverhandlung.

00:38:09: Also was in der Haupt Verhandlung festgestellt wird da bildet sich das Gericht dann seine Meinung und zu seinen Urteilen.

00:38:16: Und ich habe es eben gesagt, weil man diesen inneren Zustand einer Person ja nicht direkt beweisen kann arbeitet man mit dem sogenannten Indizienbeweis.

00:38:27: aber ein einzelnes Indiz reicht dabei nicht aus.

00:38:30: ne entscheidend ist immer die Gesamtschau also eine Gesamtwürdigung aller Umstände.

00:38:36: Ja Indizieren das hört man ja öfters mal wenn man solche Fälle sich anhört.

00:38:41: was sind denn typische Indizier?

00:38:44: Ja, typische Indizien können zum Beispiel sein der konkrete Tatablauf also ob die Handlung plötzlich oder kontrolliert wirkt.

00:38:52: Oder die Wahl des Tatmittels aber auch die Anzahl und Intensität der Einwirkungen mögliche Vorbereitungshandlungen aber auch das Verhalten nach der Tat.

00:39:03: Also wir nennen das das Nachtatverhalten.

00:39:07: Also flüchtet jemand, leistet der Täter vielleicht sogar noch Hilfe oder ist er völlig gleichgültig?

00:39:14: Und all diese möglichen Indizien werden dann in eine logische Flusskette, in eine Indizinkette gebracht.

00:39:22: Und eine Gesamtwürdigung wird dann vorgenommen und daraus zieht das Gericht an den Schluss, ob zum Beispiel ein Tötungsvorsatz vorliegt oder eben nicht.

00:39:31: Also ob jemand den Tod gar nicht wirklich wollte sondern nur billigend in Kauf genommen hat.

00:39:37: Wichtig dabei ist aber die Juristerei ist keine exakte Wissenschaft.

00:39:43: Es gibt keine mathematische Formel, nach denen man verurteilen kann oder feststellen kann, ob hier eine Straftat vorliegt?

00:39:51: Es gibt also keine mathematischen Gewissheit.

00:39:54: Das Ganze ist eine normative Überzeugungsbildung.

00:39:57: Also das Gericht muss sich am Ende einfach sicher sein.

00:40:02: Der Praxis heißt es dann, es darf keine vernünftigen Zweifel mehr haben und ... Diese Überzeugung entsteht dann aus der Bewertung von diesen Indizien, Wahrscheinlichkeiten und Plausibilitäten.

00:40:14: Und eben nicht aus der direkten Beobachtung weil das Gericht war ja eben nicht dabei.

00:40:19: Also das stelle ich mir sehr schwierig vor?

00:40:23: Ja, ja und deshalb ist es auch so anspruchsvoll.

00:40:25: Und das führt eben dazu dass zwei unterschiedliche Gerichte einen exakt gleichen Fall völlig unterschiedlich beurteilen können also zu einem völlig unterschiedlichen Ergebnis kommen weil sie eben die Indizien unterschiedlich gewichtet haben.

00:40:40: und das führt natürlich auch oft zur Unverständnis in der Bevölkerung Weil man das nicht verstehen kann.

00:40:46: wieso kriegt in Hamburg jemand der zwei Menschen tötet Nicht genau die gleiche strah wie jemand, der in München zwei Menschen tötet.

00:40:55: Man spricht auch von so einem Nord-Süd-Gefälle bei zum Beispiel Betäubungsmittelsstraftaten.

00:41:01: Da sind die Gerichte im Norden, bei dir da oben Sophie deutlich weniger streng als die Gerichten in Bayern.

00:41:09: also wenn man damit irgendwie zehn Gramm Crack in Hamburg erwischt wird... völlig anders als wenn man mit zehn Gramm Crack in München erwischt wird.

00:41:18: Und das verstehen natürlich viele Menschen nicht, warum das so ist und ich kann es auch sehr gut nachvollziehen!

00:41:24: Das habe ich tatsächlich auch schon mal gehört.

00:41:26: Letztens habe ich ein YouTube-Video geguckt von Tomatolix und da hatte er auch mit einer Strafverteidigerin gesprochen, und die hat das nämlich auch gesagt.

00:41:35: Sie hatte dann einen Mann dabei der auch im Prozess war wegen Drogendelikte meinte auch – Ich weiß gar nicht in welchem Bundesland sie waren.

00:41:44: aber ja wir haben das Glück!

00:41:45: Wir sind an diesem Bundesland und hier wird es weniger streng beurteilt als wären wir jetzt zum Beispiel in München oder sonst wo.

00:41:54: Das fand ich ganz interessant, da habe ich das nämlich das erste Mal gehört.

00:41:57: Das kann man sich ja gar nicht vorstellen!

00:41:59: Ja und so unverständlich dass für uns ist fragt man sich jetzt ja nur trotzdem was ist denn jetzt in diesem Fall herausgekommen?

00:42:07: Wie viele Jahre hat denn der Ryan Z

00:42:10: bekommen?!

00:42:11: Also wir haben ja gesagt, dass das Gericht ihn hier wegen Mordes verurteilt hat und Mord zieht zwingend eine lebenslange Freiheitsstrafe nach sich.

00:42:21: Und die hatte er natürlich auch bekommen.

00:42:25: Ja ich denke von lebenslang sind auch die meisten unserer Zuhörer wahrscheinlich ausgegangen?

00:42:30: letztendlich unbefriedigend ist es immer noch, dass man hier kein klares Motiv erkennen konnte.

00:42:36: Auch die psychologischen Gutachter in dem Prozess konnten keinen Motiv erkennen und wenn wir uns das jetzt alles nochmal von oben anschauen dann sehen wir ja auf der Psychologischen Seite eine mögliche Eskalation Wenn man sich das jetzt irgendwie erklären will.

00:42:51: vielleicht gab's irgendwie Emotionen die er sich hineingefressen hat oder ungesunde Beziehungsdynamiken oder auch innere Spannung, aber nichts davon allein ist ja ausreichend.

00:43:03: dass das denn so kippen kann eigentlich.

00:43:05: Und auf der juristischen Seite sehen wir, dass das Recht eben versucht genau diese komplexe Realität in irgendwie Kategorien zu fassen also Mord, Totschlag, Tat, Einheit, Indizien ich hatte es vorhin erklärt aber diese Kategorie beschreiben eben immer nur das Ergebnis nie das ganze Geschehen dahinter.

00:43:27: Ja, und das ist wahrscheinlich auch eine wichtige Erkenntnis für uns alle.

00:43:31: Wir haben Psychologie als Wissenschaft als auch Recht aber damit haben wir letztendlich zwar Werkzeuge um etwas zu beurteilen aber trotzdem keine vollständige Erklärung.

00:43:43: also jedenfalls nicht in allen Fällen wie jetzt in diesem Fall und es bedeutet auch dass es eben Fälle gibt die sich nicht vollständig auflösen lassen.

00:43:50: Ja und trotzdem ist ja genau das die Aufgabe, nicht alles endgültig zu verstehen sondern es so gut wie möglich einzuordnen ohne vorschnelle Antworten zu erzwingen.

00:44:03: Ganz genau!

00:44:04: Und das können wir ja in diesem Fall auf jeden Fall für uns alle üben... dürfen hier nicht vorschnell urteilen.

00:44:11: Wir kennen leider nicht die ganze Geschichte, wir haben vielleicht jetzt auch kein befriedigendes Ergebnis weil wir das Motiv nicht kennen.

00:44:19: aber letztendlich wie du schon sagst ist das vielleicht nicht immer unsere Aufgabe sondern eher zu versuchen es irgendwie einzuordnen.

00:44:28: Hast Du eigentlich schon die nächste Folge rausgearbeitet oder den nächsten Fall?

00:44:33: Weil darüber haben wir noch gar nicht gesprochen.

00:44:35: Ja, ich habe mir schon was rausgesucht und das wird auch ein ganz spannender Fall.

00:44:40: Es geht auch um einen Mord und es geht um einen unschuldig verurteilten der ja unschulich jahrelang für diesen Mord im Gefängnis gesessen hat.

00:44:52: Oh, ganz spannend!

00:44:53: Also was hatten wir noch gar nicht?

00:44:55: Und da ist es dann natürlich besonders spannend... Was macht das denn psychologisch mit jemandem, der unschultig am Gefängnissesitzt?

00:45:02: Und wie kann es überhaupt so weit kommen, juristisch gesehen?

00:45:06: Und wie gingen die Menschen denn danach damit um?

00:45:08: oder also das Gericht nachdem rauskamen.

00:45:11: Ups!

00:45:11: Da haben wir ein Fehler gemacht.

00:45:13: Das wird auf jeden Fall spannend

00:45:14: und so viel kann ich sagen mit dem Obst da haben wir einen Fehler gemacht, da tun sich die Gerichte immer schwer.

00:45:19: Ja, das glaube ich bei Fehler zu geben ist natürlich auch schwer vor allem für so große Instanzen.

00:45:26: Für die hohen Herrschaften bei Gerichten, die an meinen dass sie grundsätzlich keine Fehler machen.

00:45:31: Also wir sind gespannt.

00:45:33: Wie hat euch denn die Folge gefallen?

00:45:36: Wie empfandet ihr den Fall, die Tat?

00:45:39: Was kamen bei euch dafür Gefühle oder Gedanken auf?

00:45:42: Vielleicht habt ihr auch eine Idee was das Motiv sein könnte.

00:45:45: Ihr könnt uns ja auf jeden Fall mal in die Kommentare schreiben

00:45:48: und wie immer... Leute ganz wichtig, bewertet uns gerne.

00:45:52: Schreibt uns!

00:45:53: Wenn ihr einen Fall habt den ihr gerne mal gesprochen haben wollt schreibt ihn uns auch gerne und lasst von euch hören.

00:46:00: wir lesen wirklich alles.

00:46:03: Und übrigens auch, wenn ihr Kritik habt.

00:46:05: Wir sind durchaus kritikfähig, Sophie und

00:46:07: ich... Ja nicht so wie die Gerichte!

00:46:09: Genau, an der Seite gerichtet.

00:46:12: Also wir können gesund auf eine gesunde Art und Weise mit Kritik umgehen.

00:46:17: In diesem Sinne, Sophie hat mir sehr viel Spaß gemacht.

00:46:20: Ich freue mich schon auf die nächste Folge.

00:46:23: Ich mich ja auch.

00:46:24: Und euch allen bis bald.

00:46:26: Bis bald und eine schöne Woche.

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